Nussschnaps – auch als Nusslikör bekannt – wird aus unreifen, grünen
Walnüssen zubereitet. Die grünen Nüsse sollen traditionell bis
spätestens zum 24. Juni, dem Johannistag, geerntet werden, sonst wird
die Schale zu hart zum Schneiden. Die Gewürze verleihen dem Schnaps, der
oft bei Magenverstimmungen getrunken wird (in Österreich nennen wir das
»Verdauungsschnapserl«), eine würzig-aromatische Note.
Zutaten (für 1.4 Liter)
- 20 grüne Walnüsse (ca. 560 g)
- 1 Bio-Zitrone
- 20 g Ingwer
- 10 grüne Kardamomkapseln
- 1 Vanilleschote
- 2 Stängel Minze
- 2 TL Fenchelsamen
- 2 TL Anissamen
- 3 lange Zimtstangen
- 2 EL Nelken
- 2 Sternanise
- 1,4 l Wodka (ersatzweise Doppelkorn mit 38–40 %)
- 300 g brauner Zucker
Zubereitung
- Die Walnüsse waschen und jede Nuss in vier Scheiben schneiden. Dazu
am besten Küchenhandschuhe tragen (s. Tipp). Die zerkleinerten Nüsse in
ein großes Bügelglas (2,5 l) geben.
- Die Zitrone heiß waschen und abtrocknen, die Schale ohne den
bitteren weißen Teil mit einem scharfen Messer fein abschälen. Zu den
Nüssen geben. Den Ingwer schälen, in Scheiben schneiden und ebenfalls zu
den Nüssen geben. Die Kardamomkapseln mit der flachen Seite eines
Messers ganz leicht andrücken und in das Glas geben. Die Vanilleschote
längs aufschneiden und hinzufügen. Die Minze waschen, trocken schütteln
und die Stängel ebenfalls in das Glas geben.
- Fenchelsamen, Anissamen, Zimtstangen, Nelken und Sternanise
hinzufügen und den Wodka über die Zutaten gießen.
- Das Glas verschließen und die Nussmischung an einem sonnigen Ort (z.
B. auf der Fensterbank) ca. 6 Wochen ziehen lassen.
- Den Ansatz durch ein mit einem Stofftuch ausgelegtes Sieb in eine
Schüssel oder einen Krug filtern. (Ein Mulltuch eignet sich nicht, da es
zu großmaschig ist und kleine Partikel durchlässt.)
- Den Zucker zum Nussansatz geben und ein paar Minuten einrühren. Das
Ganze wieder in das gesäuberte Bügelglas füllen und vor dem Verkosten
unbedingt nochmals 1–2 Wochen verschlossen ziehen lassen – direkt nach
dem Ansetzen schmeckt der Schnaps relativ scharf.
- Den fertigen Nussschnaps in saubere Flaschen abfüllen und im Keller
oder bei kühler Zimmertemperatur lagern. Der Schnaps wird mit der Zeit
milder und schmeckt nach einigen Monaten besonders gut. Durch sein Aroma
passt er perfekt in die Weihnachtszeit. Ideale Genusstemperatur ist
kühle Zimmertemperatur.
Tipps
Grüne Nüsse färben ab: Die Nüsse färben stark ab,
darum am besten Küchenhandschuhe tragen und ein altes Schneidebrett
verwenden. Auch der fertige Ansatz färbt dunkelbraun ab. Man muss damit
rechnen, dass das Tuch zum Filtern nicht wieder sauber wird.
Nussschnaps geschmacklich anpassen: Dieser
Nussschnaps ist relativ würzig und nicht zu süß. Mir schmeckt er genau
nach diesem Rezept. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Sollte er zu würzig sein, kann man ihn mit etwas mehr Wodka “verdünnen”.
Sollte ein niedrigerer Alkoholgehalt gewünscht sein, etwas destilliertes
Wasser zugeben. Wer es gerne süßer hat, verwendet etwas mehr Zucker
(statt 300 g rund 400 g). Dieses Nachjustieren aber bitte frühestens
nach einigen Monaten Reifezeit machen, da der Schnaps mit der Zeit viel
milder wird. (Anm.: Dieser Tipp ist im Kochbuch nicht enthalten.)